Fundamentrechner

Berechnung der Fundamentabmessungen basierend auf der zulässigen Bodenpressung

DraufsichtSchnitta = 50 cmb = 50 cmP = 10 kNh = 80 cm
Fundamentparameter

Belastung

Gesamtlast auf das Fundament

Fundament

Erste Fundamentseite

Zweite Fundamentseite

Dicke des Fundamentblocks (typisch 30 - 80 cm)

Material & Bauweise

Festigkeitsklasse nach EC2

Blockfundament oder bewehrt

Regionale Frosttiefe (typisch 60-120 cm)

Fundamente für Einsteiger

Was ist ein Fundament?

Ein Fundament ist das unsichtbare Fundament deines Hauses – im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist die Verbindung zwischen dem Gebäude und dem Boden und sorgt dafür, dass alle Lasten sicher in den Untergrund übertragen werden. Ohne ein ordentliches Fundament würde selbst das schönste Haus im Boden versinken oder sich setzen.

Stell dir vor, du stellst einen schweren Schrank auf einen weichen Teppich. Der Schrank drückt sich in den Teppich und kippt vielleicht sogar. Genau das würde auch mit einem Haus passieren, wenn es direkt auf weichem Boden stehen würde. Das Fundament verteilt das Gewicht auf eine größere Fläche – wie eine große Platte unter dem Schrank.

Wo braucht man Fundamente?

Fundamente findest du überall, wo etwas Schweres auf dem Boden steht:

  • Hauswände: Jede tragende Wand braucht ein Fundament – entweder ein durchgehendes Streifenfundament oder einzelne Punktfundamente
  • Stützen und Pfosten: Die Holz- oder Stahlpfosten, die Carports, Terrassenüberdachungen oder Balkone tragen
  • Gartenmauern: Auch eine 2 Meter hohe Natursteinmauer braucht ein ordentliches Fundament, damit sie nicht absackt
  • Zäune: Besonders bei schweren Toren oder höheren Zäunen
  • Maschinen und Anlagen: Schwere Geräte wie Wärmepumpen oder Pools

Die wichtigsten Fundamenttypen

Einzelfundament (Punktfundament)

Das ist die einfachste Form: Ein einzelner Betonklotz unter einem Pfosten oder einer Stütze. Wenn du eine Terrassenüberdachung baust, bekommt jeder Pfosten sein eigenes Einzelfundament. Die Größe hängt davon ab, wie schwer die Last ist und wie tragfähig der Boden ist.

Streifenfundament

Ein langer, durchgehender Betonstreifen unter einer Wand. Das ist der Standard für Hauswände. Der Streifen ist meist 40-80 cm breit und verteilt das Gewicht der Wand gleichmäßig.

Fundamentplatte

Eine große Betonplatte unter dem ganzen Haus. Das ist die sicherste, aber auch teuerste Lösung. Wird oft bei schlechtem Baugrund oder modernen Energiesparhäusern verwendet.

Grundbegriffe einfach erklärt

Bodenpressung

Das ist der Druck, den das Fundament auf den Boden ausübt. Man misst ihn in kN/m² (Kilonewton pro Quadratmeter). Je größer das Fundament, desto kleiner die Bodenpressung – genau wie bei Schneeschuhen, die dich nicht im Schnee einsinken lassen.

Tragfähigkeit des Bodens

Nicht jeder Boden ist gleich stabil. Fester Kies trägt viel mehr als weicher Lehm. Die Tragfähigkeit sagt dir, wie viel Druck der Boden aushält, ohne dass dein Fundament absackt. Typische Werte:

  • Weicher Ton: 100-150 kN/m² (vorsichtig!)
  • Sandiger Lehm: 200-300 kN/m² (guter Durchschnitt)
  • Fester Kies: 400-600 kN/m² (sehr gut)
  • Gewachsener Fels: 1000+ kN/m² (optimal)

Frosttiefe

Im Winter friert der Boden von oben nach unten. Gefrorener Boden dehnt sich aus und kann dein Fundament anheben (Frosthebung). Deshalb muss die Fundamentsohle unterhalb der Frosttiefe liegen – in Deutschland meist 80-100 cm tief.

Wann brauche ich eine Berechnung?

Nicht jedes kleine Fundament muss aufwendig berechnet werden. Aber in diesen Fällen solltest du genau hinschauen:

  • Tragende Bauteile: Wenn das Fundament einen Pfosten trägt, der wiederum ein Dach oder eine Decke trägt
  • Hohe Lasten: Schwere Konstruktionen, große Spannweiten, mehrere Stockwerke
  • Schlechter Baugrund: Weicher Boden, Hanglage, Nähe zu Altbauten
  • Genehmigungspflichtige Bauvorhaben: Das Bauamt will meist einen Nachweis vom Statiker sehen

Der Weg zum fertigen Fundament

  1. Boden prüfen: Welche Bodenart habe ich? Eventuell Bodengutachten erstellen lassen
  2. Fundamentgröße berechnen: Unseren Rechner nutzen oder Statiker fragen
  3. Baugrube ausheben: Tief genug für Frostschutz, mit ebenem Boden
  4. Sauberkeitsschicht: 5-10 cm Magerbeton oder Kies als ebene Unterlage
  5. Schalung bauen: Bretter oder Steine als Form für den Beton
  6. Bewehrung einlegen: Falls nötig Stahlmatten oder Betonstahl
  7. Beton eingießen: Mindestens C20/25, besser C25/30 verwenden
  8. Verdichten: Beton rütteln, damit keine Luftblasen bleiben
  9. Aushärten lassen: Mindestens 3 Tage, besser 7 Tage warten

Typische Fehler vermeiden

  • Zu klein dimensioniert: Lieber 10 cm größer als zu knapp – Beton ist günstiger als ein nachträglicher Schaden
  • Zu flach gegründet: Frosttiefe nicht vergessen! 80 cm sind in Deutschland Pflicht
  • Schlechter Untergrund: Lockeren Boden vorher verdichten oder austauschen
  • Keine Bewehrung bei großen Fundamenten: Ab 1,5 m Seitenlänge sollte man Bewehrung einplanen
  • Wasser im Baugrubenboden: Vor dem Betonieren abpumpen oder abwarten

Komplette Holzbau-Berechnung: Vom Dach bis zum Fundament

Ein Fundament ist die Basis – aber was steht darauf? Für ein komplettes Bauvorhaben wie ein Carport oder eine Terrassenüberdachung benötigst du mehrere Berechnungen:

Beispiel: Carport-Berechnung

  1. Einfeldträger berechnen
    Die horizontalen Dachbalken (Pfetten), die zwischen den Pfosten spannen und die Dachlast tragen. Hier ermittelst du Querschnitt und Durchbiegung der Balken.
  2. Pfosten berechnen
    Die vertikalen Stützen, die die Dachbalken tragen. Hier prüfst du den Knicknachweis und die Druckfestigkeit der Holzstützen.
  3. Fundament berechnen (dieser Rechner)
    Die Betonfundamente unter jedem Pfosten. Hier dimensionierst du die Fundamentgröße basierend auf der Bodentragfähigkeit und der Pfostenlast.

Tipp: Beginne mit dem Einfeldträger, um die Dachlast zu ermitteln. Diese Last wird dann auf die Pfosten übertragen, deren Auflagerkräfte wiederum die Fundamentgröße bestimmen.